fragen an die ddr

 

"Der Sozialismus kann dazu dienen, die Gefahr aller Anhäufungen von Staatsgewalt recht brutal und eindringlich zu lehren und insofern vor dem Staate selbst Misstrauen einzuflößen"

(Friedrich Nietzsche)

 

Baron von Münchhausen soll noch übertroffen werden

Im Sommer 2003 erschien beim Verlag Das Neue Berlin (edition ost) das Buch „Fragen an die DDR – Alles, was man über den ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat wissen muss.“ Ehemalige höchste SED-Funktionäre (Kulturminister) und Medienchefs (Stellvertretender Chefredakteur des Neuen Deutschland) und andere mit ähnlichen Biographien, beantworten Fragen von Schülerinnen und Schülern aus drei Gymnasien Sachsen-Anhalts. Was dabei herauskommt sind nicht nur Schönfärbereien die SED-Diktatur betreffend, sondern plumpe Lügen. So wird behauptet, dass die Urteile gegen Angeklagte in politischen Strafprozessen in der DDR „größtenteils nur auf dem Papier“ standen. Begründung: Häufige Amnestien, vorzeitige Entlassungen auf Bewährung und der Austausch von Häftlingen mit der Bundesrepublik. Tatsache ist jedoch, dass politische Häftlinge kaum in den Genuss einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung kamen und ein „Austausch“ sich auf verhältnismäßig wenige Fälle bei Spionage bezog. Von einem „Menschenhandel“ der SED-Machthaber, dem Verkauf von mehr als 30 000 politischen Häftlingen für Devisen in die Bundesrepublik jedoch, schreiben die Autoren in ihrem Buch kein Sterbenswörtchen. Dazu werden sie auch allen Grund haben. Auf weitere Verdrehungen und Unwahrheiten weist der Autor in seinem Beitrag hin.

Beitrag in "Gerbergasse 18" Heft 31 (4/2003)