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"Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der DENUNZIANT."

(Fallersleben A.H.Hoffmann von)

 

Genosse Wassili vom Schnaps benebelt

Eine Kulturfunktionärin aus Saalfeld/Saale, die der Stasi als „Anna Sandig“ konspirativ diente, berichtete über die Jahresabschlussfeier 1963 des Sinfonieorchesters der thüringischen Kreisstadt. Wie in jedem Jahr, war sie als zuständige Genossin wieder eingeladen und sprang in die Bresche, als es zu einem unerhörten Ereignis kam. Zu später (oder besser früher Stunde) erschien als ungeladener Gast der Kommandant der hier stationierten Truppen der sowjetischen Roten Armee, um noch ein bisschen mit zu feiern. Dabei bat er auch einige Ehefrauen von Musikern um ein Tänzchen was nicht ehrenrühriges ist und ihm nicht abgeschlagen wurde. Dann aber, nachdem er mit deutschen Freunden noch ein paar Gläschen Wodka geleert hatte, wäre es bald zu einer Rauferei gekommen. Wassili (Name verändert) machte nämlich einigen Damen unmoralische Angebote und versprach bis zu 900 Mark für ein Schäferstündchen zu zahlen. Das war damals weit mehr als das Monatseinkommen eines Facharbeiters. „Anna Sandig“ gelang es schließlich, das Schlimmste zu verhindern. Sie verfügte über stark ausgeprägte, bei den „Freunden“ allgemein beliebte weiblichen Rundungen und war zudem nicht in festen Händen. Es gelang ihr, Wassili nach draußen zu locken und ihn dort (wie sie in ihrem Bericht an die Stasi schrieb) „abzuwimmeln“.

Die kuriose Begebenheit, in der DDR ein streng gehütetes Geheimnis, ist nachzulesen in:

Heft 22 (3/2001) der „Gerbergasse 18“