"Wegen Orwell im DDR-Knast?"
Die Beurteilung Orwells als „Feind des Sozialismus“ und seiner Bücher „Farm der Tiere“ und „1984“ als „antisozialistische Machwerke“ führte in der DDR dazu, dass die Machthaber der SED-Diktatur „mit allen Mitteln“ (auch Freiheitsstrafen) gegen Personen vorgingen, die sich damit beschäftigten.Der Autor liest aus seinem autobiografischen Veröffentlichungen und zeigt andere Verfolgungsbeispiel auf.
Kultur und Kunst im ehemaligen Bezirk Gera im Visier der Stasi
Alle Bereiche der Berufs- und sogar der Laienkunst („Volkskunstgruppen“) wurden in der gesamten DDR von der Stasi im Auftrag der Partei systematisch kontrolliert. Zahlreiche „Operative Personenkontrollen“ und „Operative Vorgänge“ sprechen dafür. In der seit 1998 laufenden (privaten) Forschungsarbeit in der Außenstelle Gera des / der Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen konnten zahlreiche Beispiele gefunden werden. Die Laienkunst in der DDR, als „Volkskunstbewegung“ des werktätigen Volkes von Partei und Staat hochstilisiert, gefördert und benutzt (Strukturen, Aufbau, Verflechtungen, Aufgaben, Details).
„Es kann ‚operativ’ gelacht werden“
Sämtliche Stasiakten sind keineswegs so „trocken“, wie es manchmal den Anschein haben mag. Beispiele für unfreiwilligen Humor, Kurioses und Lachhaftes gibt es zur Genüge. Man kann und darf die Stasi zwar nicht als lächerlichen Papiertiger betrachten und darstellen – dafür hat sie als „Schild und Schwert der Partei“ zu viel Leid und Unrecht über Menschen gebracht – dennoch sollte man sich Gelegenheiten, auch über den von ihr und ihren Spitzeln verzapften Unsinn zu lachen, nicht entgehen lassen. Da kam in Jena beispielsweise der IM „Graul“ des öfteren betrunken zum „Treff“ mit seinem Führungsoffizier, woraus geschlussfolgert werden könnte, dass eine solche Dreckarbeit auch gar nicht anders zu bewältigen war
Gerichtsreportagen
Vermittlung der als Gerichtsreporter der Thüringischen Landeszeitung Weimar beim Amtsgericht Jena in Strafverfahren gesammelten Erfahrungen in der praktischen Rechtspflege.